Studien zeigen, dass Cerdioxid Nanopartikel in den Körper gelangen können. Sie können einerseits Entzündungsprozesse auslösen, andererseits eine schützende Wirkung für den Körper haben.
Aufnahme über die Lunge – Inhalation
Werden Partikel eingeatmet, können diese in der Lunge, aber auch in anderen Organen nachgewiesen werden, allerdings nur in sehr kleinen Mengen (vgl. Körperbarrieren – Nanopartikel und die Lunge). Der Großteil der Cerdioxid Nanopartikel verbleibt in der Lunge, nur etwa ein Promille der ursprünglich verabreichten Menge an Nanopartikeln waren nach 28 Tagen in Leber, Milz und Nieren der Versuchstiere zu finden. Das sind sehr kleine Mengen, die toxikologisch keine Rolle spielen. Die Größe der untersuchten Partikel hatte in diesen Studien keinen Einfluss auf die Aufnahme und Verteilung der Nanopartikel im Körper.
Auch die Form des nanoskaligen Cerdioxids hat einen Einfluss auf die ausgelösten Effekte. Bei einer vergleichenden Studie mit kugel- und stäbchenförmigen Cerdioxid Nanopartikeln in Mäusen verursachten nur die sehr langen Stäbchen mit mehr als einem Mikrometer Länge eine anhaltende Entzündungsreaktion in der Lunge. Zwar riefen die kürzeren Stäbchen (Länge < 1 µm) wie auch die kugelförmigen Cerdioxid Nanopartikeln eine entzündliche Wirkung hervor, welche aber nach kurzer Zeit wieder aufgelöst wurde. Die Forscher selbst haben Ihre Studie wie folgt eingeschätzt: „Wenn man diese Ergebnisse zum Cerdioxid mit anderen Metalloxid Nanopartikeln vergleicht, dann ist Cerdioxid wirklich wenig giftig…" .
Studien an Versuchstieren haben gezeigt, dass über die Lunge eingeatmete Cerdioxid Nanopartikel hauptsächlich in der Lunge verbleiben und je nach Form und Menge dort Entzündungsreaktionen verursachen können. Ergebnisse zu möglichen Langzeiteffekten von Cerdioxid Nanopartikeln aus einer aktuellen Langzeit-Tierstudie unter subchronischen Expositionsbedingungen werden für 2018 erwartet.
Aufnahme über die Haut – Dermal
Eine Aufnahme von Cerdioxid Nanopartikel über die Haut betrifft hauptsächlich kosmetische oder pharmazeutische Produkte, wie z.B. Sonnencremes. Da Cerdioxid neben seiner Funktion als anorganischer (auch mineralisch genannt) UV-Filter zusätzliche antioxidative Eigenschaften besitzt, wird es bereits als neuer UV-Filter in Sonnenschutzcremes untersucht. Bisher gibt es noch keine Produkte auf dem Markt .
Aufnahme über den Magen-Darm-Trakt
In den vergangenen Jahren wurden verschiedene Experimente zur Aufnahme von Cerdioxid über den Magen durchgeführt. Diese sollte zeigen, ob das Material im Organismus schädigende Effekte verursachen könnte, sollte es über die Nahrung in unseren Körper gelangen. Die meisten der Studien fanden keine gesundheitlich relevanten Folgen einer solchen Behandlung. Sehr genaue Analysen konnten dabei mit radioaktiv markiertem Cerdioxid gemacht werden, das im Körper sehr leicht nachzuweisen ist. Sehr kleine CeO2 Partikel mit einem Durchmesser von nur 7 nm wurden überhaupt nicht vom Darmepithel aufgenommen. 90% der verabreichten Partikel verließen den Körper über den Stuhl bereits nach einem Tag, der Rest folgte innerhalb der nächsten zwei Tage, so dass nach drei Tagen praktisch alles wieder ausgeschieden worden war. Wenn das Cerdioxid stark überdosiert wurde, konnte nur eine extrem kleine Menge von 10 Milliardstel im Blut nachgewiesen werden.
Durch Versuche mittels intravenöser Injektion konnte gezeigt werden, dass sich direkt in den Körper gegebenes Cerdioxid in der Leber und der Milz anreichert, während in Gehirn und Herz keine Partikel nachweisbar sind. Das injizierte Cerdioxid konnte wie auch schon das über das Futter verabreichte die schädliche Wirkung eines Lebergiftes vermindern, hatte selbst jedoch keine negativen Folgen für das Tier.
Interessant ist das Ergebnis einer weiteren Untersuchung in Fischen, bei der verschiedene Formen der Nanopartikel aus Cerdioxid in ihrer Wirkung verglichen wurden. Das Resultat war auch hier eindeutig, die runden Nanopartikel lösten keine gefährdenden Effekte aus, während die längsten untersuchten Stäbchen durchaus in der Lage waren, eine Entzündungsreaktion hervorzurufen.
Die Verabreichung relativ großer Mengen in akuten Toxizitätstests zeigte eine sehr geringe DNA-schädigende Wirkung, allerdings nur bei hohen Dosen .
Update 2017