Während Wissenschaftler seit Jahrzehnten die Notwendigkeit betonen, den Rohstoffbedarf Europas zu senken, konzentrieren sich politische Narrative vornehmlich auf die Sicherung der Versorgung mit Rohstoffen. Eine aktuelle Analyse anhand von 183 politischen Dokumenten (2000–2024) hat diesen Widerspruch untersucht und herausgefunden, dass die meisten Akteure in der EU keine tragfähigen Alternativen zu versorgungsorientierten Ansätzen sehen.
Das ist eine Folge der EU-Politik, welche Maßnahmen auf der Angebotsseite Vorrang eingeräumt. Die Analyse des Rohstoffdiskurses der EU zeigt, dass das Gesetz über kritische Rohstoffe von 2024 den Höhepunkt eines Narrativs zur Versorgungssicherheit darstellt, das seit fast 25 Jahren bemerkenswert konsistent geblieben ist. Die Sicherung von Ressourcen wurde als Frage der Wettbewerbsfähigkeit dargestellt, wodurch Forderungen nach Nachfragereduzierung, Autarkie und Ressourcen-Gerechtigkeit in den Hintergrund gedrängt wurden.
Die Analyse schlägt daher Strategien vor, um Narrative zur Reduzierung der Nachfrage nach Rohstoffen zu entwickeln, die eine politische Umsetzung befördern sollen.
Link zur Studie: https://doi.org/10.1038/s43247-026-03593-x