Bestäubende Insekten wie Bienen und Hummeln können durch Aerosole, durch Pollen verunreinigter Pflanzen oder durch Wasser mit Nanomaterialien in Kontakt kommen. Weiterhin gibt es die Möglichkeit, dass Bienen von Imkern direkt Nanomaterialien ausgesetzt sind. Es besteht die Sorge, dass bestäubende Insekten aufgrund der Exposition gegenüber Nanomaterialien gefährdet sind.
Rückgang der bestäubenden Insekten

Exposition gegenüber Nanomaterialien
Nanomaterialien können gezielt in Form von Pflanzenschutzmitteln (Nanopestizide), Düngemitteln (Nano-Düngemitteln) sowie Sanierungsmitteln in Luft, Gewässer und Böden freigesetzt werden (vgl. Grundlagen – „Wie werden innovative Materialien (z. B. Nanomaterialien) nach ihrer Freisetzung transportiert?“). Somit können bestäubende Insekten hauptsächlich während der Nahrungssuche über kontaminierte Pollen mit Nanomaterialien in Kontakt kommen. Nanomaterialien erreichen die Pollen direkt durch Ablagerung aus der Luft und durch Ablagerung von Wassertröpfchen. Indirekt können Nanomaterialien aber auch aus kontaminiertem Boden über die Wurzeln in die Pollen gelangen. Ebenso können Honigbienen direkt in den Bienenstöcken mit nanomaterialhaltigen Produkten in Kontakt kommen. Es gibt Überlegungen, Silbernanopartikel gegen die Honigbienenerkrankung Nosemose einzusetzen [5, 6]. Derzeit liegen allerdings keine Daten zu den realistischen Konzentrationen von Nanomaterialien in Pollen vor. Daher ist es nicht möglich abzuschätzen, wie vielen Nanomaterialien bestäubende Insekten tatsächlich ausgesetzt sind. Ein Grund für das Fehlen solcher Daten sind analytische Einschränkungen beim Nanomaterialien in der Umwelt.
Auswirkungen von Nanomaterialien auf bestäubende Insekten
Nanomaterialien in Nanopestiziden zeigten eine gute Wirksamkeit gegen schädliche Insekten wie Mücken und Schmeißfliegen. Daher wird angenommen, dass sie auch für nicht-schädliche, bestäubende Insekten giftig sein könnten. Darüber hinaus ist bekannt, dass einige Nanomaterialien einen negativen Einfluss auf vom Menschen gehaltene bestäubende Insekten wie Honigbiene und Hummel haben können. Für Honigbienen waren über die Nahrung verabreichte Titandioxid und Industrieruß Nanopartikel nicht schädlich. Hingegen riefen ähnliche Konzentrationen an Zinkoxid Nanopartikeln sowie deutlich niedrigere Konzentrationen an Cerdioxid Nanopartikeln Schädigungen hervor, ebenso wie Silbernanopartikel. In Hummeln und Fruchtfliegen bewirkten Nanomaterialien ebenfalls Schädigungen. Keine dieser Studien wurde jedoch unter umweltrelevanten Bedingungen durchgeführt, einschließlich realistischen Umweltkonzentrationen und Fütterungsart (Fütterung über Pollen, Bienenstock). Sie sind daher von begrenzter Aussagekraft [6-12]. Es wurde festgestellt, dass bestäubende Insekten mit Nanomaterialien in Kontakt kommen können. Laboruntersuchungen lassen vermuten, dass Nanomaterialien schädliche Auswirkungen auf bestäubende Insekten haben können. Daten zu umweltrelevanten Expositionskonzentrationen fehlen jedoch, daher ist das realistische Risiko derzeit schwer abschätzbar. Der Fortschritt der analytischen Techniken zum Nachweis von Nanomaterialien in komplexen Substanzen, wie Pollen oder Honig, wird eine genauere Einschätzung der Exposition und damit des Risikos ermöglichen.Literatur
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