Wie werden innovative Materialien bzw. Nanomaterialien aufgenommen?
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Die Voraussetzung für eine biologische Wirkung von Stoffen/Substanzen ist ihre Fähigkeit, den Körper zu erreichen, beziehungsweise im Körper in Organe und Zellen zu gelangen. Auch bei der Beurteilung von z. B. Nanomaterialien und Nanopartikeln kommt dem Nachweis ihrer Aufnahme in dem betroffenen Organismus eine zentrale Bedeutung zu. Dabei gelten für Materialien die gleichen Prinzipien wie für alle anderen Stoffe: eine mögliche Aufnahme hängt zunächst davon ab, in welcher Art und Weise sie in der Umgebung vorliegen: als freie Partikel, gebunden in eine andere Substanz, z. B. als Verstärkung in Kunststoffen; in einer Flüssigkeit verteilt, z. B. als Bestandteile von Schmierstoffen oder Ölen.
Grundsätzlich können Substanzen und somit auch freie Nanopartikel aus der Umgebung auf drei Wegen in den menschlichen Körper gelangen:
über die Luft während des Einatmens (inhalativ)
über den Verdauungstrakt (oral)
über die Haut (dermal).
Wenn Nanopartikel in den Blutkreislauf aufgenommen werden, haben sie die ‚klassischen’ Barrieren schon überwunden. Neue, bisher nicht beachtete Barrieren werden unter diesen Umständen wichtiger und zu diesen gehört auch die Plazenta.
Für die Aufnahme von Nanopartikeln durch Umweltorganismen gelten prinzipiell die gleichen Voraussetzungen wie für den Menschen.
Die Plazenta ist ein komplex organisiertes Gewebe, das nicht nur den Gas- und Nährstoffaustausch zwischen Mutter und Kind gewährleistet, sondern auch die beiden Blutkreisläufe voneinander getrennt halten muss.
In Tierversuchen mit Ratten oder Mäusen konnte gezeigt werden, dass Nanopartikel durch die Plazenta zum Fötus gelangen können. Die Ergebnisse können aber nicht ohne weiteres auf den Menschen übertragen werden, da die Anatomie der Plazenta im Menschen grundlegend verschieden ist im Vergleich zu den gängigen Tiermodellen wie Maus oder Ratte. Mittels eines humanen ex vivo Plazentaperfusionsmodells konnte der Übertritt von Nanopartikeln auch im Menschen gezeigt werden. Der Mechanismus und welche physikalisch-chemischen Eigenschaften der Nanopartikel den Transfer beeinflussen ist aber noch weitgehend unbekannt und Gegenstand der Forschung.