Platin ist das namensgebende Element der sogenannten Platingruppenelemente zu denen auch Palladium, Ruthenium und Rhodium gehören. Die häufigsten Expositionsquellen für Platin sind Arbeitsplätze in der Industrie, Autoabgase, medizinische Anwendungen und in geringerem Maß Nahrung oder Hautkontakt über Schmuck.
Kontakt im Alltag
Platin, der Namensgeber für die Platingruppenelemente (PGE), findet sich in vielen Anwendungen, vom Autoabgaskatalysator über Schmuck bis zu medizinischen Anwendungen in Zahnlegierungen, Implantaten oder Krebsmedikamenten. Allerdings findet die hauptsächliche Exposition des Menschen im Alltag über den Feinstaub in der Luft statt. In diesem befinden sich neben Platin auch Palladium oder Rhodium. Mit dem Abgas werden diese Materialien in sehr kleinen Mengen freigesetzt. Eine Studie aus dem Jahr 2022 untersuchte die Konzentrationen von Platin und Palladium in städtischen Staubfraktionen in Moskau [1]. Die in dieser Arbeit zitierten weltweiten Konzentrationen für Platin schwanken von 0,15 ng/g bis 764 ng/g. Die größte Menge sowohl für Platin als auch für Palladium ist dabei an Mikropartikel gebunden.
Neben dieser Hauptanwendung ist ein direkter Kontakt der Haut mit platinhaltigem Schmuck möglich. Eventuelle Hautreaktionen bei Kontakt mit platinhaltigem Schmuck sind in der Regel selten, da Platin als sehr gut verträglich gilt. Dennoch können – je nach individueller Empfindlichkeit und Legierung – Reaktionen wie Juckreiz und Rötungen auftreten. Auch Platin-Legierungen in Zahnersatz oder Implantaten sind gut verträglich.
Anders verhält es sich mit Medikamenten gegen Tumorzellen. Hier ist Platin (z.B. als Cisplatin) biologisch sehr aktiv und hat zusätzliche eine Vielzahl von Nebenwirkungen.
Situation am Arbeitsplatz
An Arbeitsplätzen spielt Platin wie die anderen PGE auch bei der Erzgewinnung, in Zahnarztpraxen oder in der chemischen Industrie eine Rolle. Dabei muss man zwischen metallischem Platin und Platinsalzen oder ‑verbindungen unterscheiden. Metallisches Platin ist inert und wird als wenig kritisch beurteilt. Die Salze des Platins können allerdings ein Berufsasthma auslösen (Platin-Asthma), das vor allem in der Katalysator- oder Chemieindustrie vorkommt. In einer großangelegten Studie konnte ein quantitativer Zusammenhang mit der Höhe der Belastung am Arbeitsplatz gegenüber Chloroplatinat-Salzen und einer Sensibilisierung beschrieben werden. In einer früheren deutschen Studie war dieser Zusammenhang bereits in ähnlicher Weise beobachtet worden [2,3,3,5].
In der EU gelten daher wie für Deutschland aber auch in den USA unterschiedliche Grenzwerte für das metallische Platin bzw. die Salze des Platins. Der Grenzwert für Platinmetall-Staub liegt deutlich höher bei 1 mg/m³ als zeitgewichteter Mittelwert für 8-h Schichten, 5 Tage die Woche. Für Platinverbindungen z.B. Chloroplatinate gilt ein empfohlener Wert für Spitzenkonzentrationen von 2 µg/m³ (MAK- und BAT-Werte-Liste 2025).
Situation beim Verbraucher
Platin als Metall stellt für Verbraucher kaum ein Risiko dar. Die Mengen aus den Dreiwegekatalysatoren in Automobilen sind sehr gering und andere Expositionsquellen sind zu vernachlässigen. Und doch spielt eine Exposition durch die Abgase aus Verbrenner-Autos eine Role bei der Belastung durch Platin. Eine Studie mit drei verschieden exponierten Gruppen konnte zeigen, dass die Bewohner von Innenstädten signifikant höhere Belastungen aufwiesen, als die Vergleichsgruppen „Landbevölkerung“ oder die Gruppe, die beruflich belastet ist, aber nicht in der Stadt wohnt. Eine Freisetzung aus Implantaten oder auch aus Schmuck konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Eine messbar höhere Ausscheidung von Platin im Urin konnte vor allem für Personen beobachtet werden, die eine Gold/Platin-Legierung als Zahnfüllung besaßen. Der Unterschied liegt bei Platin ähnlich wie bei den anderen PGE: die Verbindungen des Elements zeigen eher eine Wirkung, als das Metall und organische Komplexe können hoch giftig sein, so dass diese auch als Anti-Tumormittel zum Einsatz kommen 6,7 .
Platin ist im Allgemeinen unbedenklich. In bestimmten Formen, wie z. B. als Salz, kann es aber eine Form des Asthmas auslösen – besonders bei Menschen, die viel damit zu tun haben, etwa in der Chemieindustrie.
Update 2026