Rhodium (Rh) gelangt vor allem durch den Abrieb von Autokatalysatoren in die Umwelt, meist in sehr kleinen Mengen. Es erscheint überwiegend als feiner Staub und ist in vielen Proben schwer nachweisbar. Laborstudien zeigen, dass Rhodium chemisch stabil bleibt und unter bestimmten Bedingungen gut löslich ist. Insgesamt wird Rhodium kontinuierlich freigesetzt, aber deutlich weniger als andere ähnliche Metalle.
Generelle Freisetzung des Rhodiums
Rhodium wird nahezu ausschließlich durch menschliche Aktivitäten in die Umwelt eingetragen. Die dominierende Quelle ist seit den 1980er-Jahren der Straßenverkehr. Rhodium wird in Drei-Wege-Katalysatoren zur Abgasreinigung eingesetzt. . Die Freisetzung erfolgt vor allem über den Abrieb von Katalysatoroberflächen, durch das Ablösen von katalytischen Trägerstoffen, die als feine metallische und oxidische Rhodium-Partikel in den Abgasstrom gelangen .
Die Höhe der Emissionen hängt von Fahrdynamik, Geschwindigkeit, Alter und Zustand des Katalysators sowie vom Motortyp ab. Besonders hohe Rhodium-Freisetzungen treten während Kaltstarts, unter hoher Motorlast und bei älteren Benzinfahrzeugen auf, deren Katalysatorsysteme weniger effizient arbeiten.
Dieselfahrzeuge emittieren Rhodium vor allem während urbaner Kaltstartphasen, bevor der Katalysator seine Betriebstemperatur erreicht hat .
Straßenverkehrsbedingter Abrieb führt dazu, dass sich Rhodium zunächst in Straßenstaub und an Oberflächen entlang von Verkehrswegen anreichert . Regen und Oberflächenabfluss mobilisiert Rhodium aus dem Straßenraum und transportiert es in urbane Entwässerungssysteme weiter. Diese stellen einen wichtigen sekundären Transportpfad dar .
Zusätzlich zum Verkehr tragen auch Bergbau, Metallproduktion, industrielle Prozesse sowie Abfall- und Klärschlammbehandlung zur Freisetzung geringer Rhodiummengen bei. Diese Quellen spielen global betrachtet eine deutlich untergeordnete Rolle . In Fließgewässern im städtischen Raum wird der überwiegende Anteil des Rhodiums dem verkehrsbedingten Eintrag zugeschrieben .
Messprogramme zeigen, dass Rhodium in Umweltproben häufig nur in sehr geringen Konzentrationen oder unterhalb der Nachweisgrenze nachweisbar liegt. Dies weist darauf hin, dass die Freisetzungsrate im Vergleich zu anderen Platingruppenelementen niedrig ist.
Auch bei globalen Trendanalysen wird ein deutlicher Anstieg der Rhodiumemissionen im Zuge der zunehmenden Nutzung von Fahrzeugkatalysatoren beschrieben, wodurch das Metall in Böden, Staub und abflussnahen Systemen nachweisbar geworden ist .
Freigesetzte Mengen von Rhodium
Rhodium tritt in der Umwelt fast ausschließlich in sehr geringen Konzentrationen auf, wobei die höchsten Werte stets in straßennahen Kompartimenten gemessen werden.
In der Luft liegen Rhodiumgehalte typischerweise im pg/m³-Bereich. Hoch belastete Verkehrsstandorte erreichen etwa 1–4 pg/m³, selten bis 12 pg/m³; Niedrigverkehrsstandorte zeigen 0.5–1 pg/m³. PM2.5 enthält meist etwa 1–1.6 pg/m³ Rhodium, wodurch Rhodium das am niedrigsten vorkommende Platingruppenelement in der Außenluft darstellt . Die maximale tägliche Inhalationsdosis beträgt nach Studien etwa 0.004 ng Rhodium/m³.
Globale Freisetzungen aus dem Straßenverkehr werden auf rund 3 t Rhodium pro Jahr geschätzt. Lokale Bodenbelastungen variieren stark: Hintergrundgebiete enthalten weniger als 0.1 mg/kg, stark befahrene Straßen hingegen bis zu 10–20 mg/kg. In Klärschlamm wurden bis zu 22 mg/kg nachgewiesen .
Messungen der Fahrsysteme Euro 3-5 für Benzin- und Dieselmotoren (siehe dazu Abgasnorm) zeigen geringe Emissionsraten im Bereich weniger Nanogramm pro untersuchtem Filter: Euro-3-Benziner emittieren etwa 2.1–5.1 ng, neuere Normen (Euro 4 und Euro 5) liegen meist an der Nachweisgrenze des Analysesystems (0,005 µg/L) .
Im Straßenstaub wurden Rhodium -Gehalte meist im Bereich mehrerer bis hunderter ng/g ermittelt—typischerweise ca. 10–200 ng/g; in Montreal wurden beispielsweise 7.1 ng/g in Straßenstaub und 1.6 ng/g in Sedimenten gemessen . Tunnelstaub liegt geringfügig darunter, während Grasproben nur sehr geringe oder keine nachweisbaren Mengen enthalten .
Auch in urbanen Gewässern ist Rhodium messbar, jedoch in sehr niedrigen Mengen: in Sedimenten treten Werte im unteren ng/g-Bereich auf; in Wasserproben liegen die Konzentrationen meist unterhalb der Nachweisgrenze oder bei nur 0.05–0.3 ng/L .
Ergebnisse aus dem Labor zur Freisetzung von Rhodium
Durch Laboranalysen konnte gezeigt werden, dass Rhodium anfänglich metallisch vorliegt, im laufenden Betrieb aber oxidiert werden kann und damit zunehmend löslich aus gealterten Katalysatoren freigesetzt wird. Der Anteil löslicher Rhodiumfraktionen nimmt mit physikalischer oder chemischer Alterung deutlich zu, wobei pH-Bedingungen die Freisetzung beeinflussen. Quantitative Analysen zeigen zudem klare Unterschiede zwischen neuen und stark gealterten Katalysatoren: Während moderne Systeme hohe stabile Rhodiumgehalte aufweisen, zeigen alte Katalysatoren drastische Freisetzungen .
Laborexperimente zeigen außerdem, dass Rhodium nur gering löslich ist, während es aus Straßenstaub unter verschiedenen pH-Bedingungen mobilisiert werden kann. In neutralen Medien ist die Freisetzung minimal, unter sauren Bedingungen dagegen deutlich erhöht, was auf veränderte Rhodiumspezies und höhere Mobilität hinweist. In ergänzenden Tests blieb das Salz Rhodiumchlorid (RhCl₃) vollständig löslich und stabil, ohne Hydrolyse oder Ausfällung, was eine hohe Persistenz gelöster Rhodiumverbindungen im Labor bestätigt .
Gelöste Rhodiumspezies wurden in Löslichkeitsmessungen nur in sehr geringen Konzentrationen erfasst, was auf eine generell niedrige Freisetzung an Rhodium oder stabile, wenig mobile Rhodiumformen schließen lässt. Labor- und Behandlungsanlagenanalysen zeigen schließlich, dass Rhodium in thermischen Prozessen nicht verloren geht, sondern sich in der Asche anreichert .
Rhodium wird zwar regelmäßig durch den Autoverkehr in die Umwelt eingetragen, liegt dort aber meist nur in Spuren vor. Es ist stabil, kann unter manchen Bedingungen gut löslich werden, und sollte deshalb weiter beobachtet werden – auch wenn die Mengen bisher gering sind.
Erstellt 2026 (Projekt MANTRA)